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Leonce und Lena im Theater an der Parkaue

LEONCE: Aber Edelster, dein Handwerk, deine Profession, dein Gewerbe, dein Stand, deine Kunst?

VALERIO
mit Würde: Herr, ich habe die große Beschäftigung, müßig zu gehen, ich habe eine ungemeine Fertigkeit im Nichtstun, ich besitze eine ungeheure Ausdauer in der Faulheit. Keine Schwiele schändet meine Hände, der Boden hat noch keinen Tropfen von meiner Stirne getrunken, ich bin noch Jungfrau in der Arbeit (...)

LEONCE: Komm an meine Brust!

LEONCE UND LENA ist eine Lustspiel von Georg Büchner über Faulheit, Langeweile, Aggression, Wut, Sucht und Liebe.

Themen, die Jugendliche, neben den Erwachsenen natürlich, interessieren. Das Jugendtheater an der Parkaue hat sich wohl deshalb an die Umsetzung des Stücks gemacht - für Jugendliche ab 14.

Besucht habe ich die Aufführung mit meiner Deutsch-Klasse und den Klassenlehrern. Wenig wusste ich zuvor davon, gespannt war ich nach der Lektüre des Begleitheftes, gemischt mein Eindruck nach dem Ende.

Konstruktive Kritik beginnt mit Positiven: Die Schauspieler haben mir hervorragend gefallen. Beeindruckend ihr Einsatz, auch körperlich, um ihre doch recht künstlichen Charaktere lebendig darzustellen. Stefan Faupel als Leonce (siehe Bild) hat sicherlich besonderes Lob verdient, wie ein Springteufel flog er über die Bühne, seine Stimme bis zum Anschlag ausnutzend und sogar Gesangseinlagen, die nicht peinlich wirkten. Passend dazu war auch die Musik nicht übel, rockig bis elektronisch, immer passend zum Augenblick und ist auch als CD käuflich.

Problematisch empfand ich jedoch die sehr modernistische Umsetzung. Intention des Regisseurs war wohl, auch modernes Theater Jugendlichen nahe zu bringen, u. a. mit minimalistischem Bühnenbild, stakkatohaftem Sprechgesang und seltsamen Tanzelementen. Manche Ideen fand ich sehr gut, z. B. als zwei riesige Säcke von der Decke auf die Bühne knallten und erstmal alle Zuschauer aufweckten.

Fraglich ist an dieser Stelle, warum denn die Zuschauer wohl eingeschlafen sind? Mir scheint, dass die Regie sich in ihrem Versuch, modern zu arbeiten, zugleich recht nah an der Vorlage zu bleiben und schließlich alles passend für Kinder/Jugendliche zu machen, irgendwo vertändelt hat. Nach einem guten Anfang entwickelten sich unheimliche Längen, handlungslose Dia- und Monologe, denen man nur schwer folgen konnte. Schließlich waren die 100 Minuten Spielzeit ohne Pause (und ohne Klimaanlage) nur schwer zu ertragen und das Konzentrationsvermögen wurde auf eine harte Probe gestellt - von den Jugendlichen mag ich gar nicht sprechen. Einige waren nach dem 1/3 eingenickt.

Fazit: Schöne Auswahl des Themas, gute Darsteller, zuviel gewollt in der Umsetzung. Aber wenigstens habe ich das Parkauen-Theater selbst kennengelernt und für ein anderes Stück werde ich es gern wieder besuchen.

14.3.07 21:39





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